Die Parker-Spirale: Warum das Sonnenmagnetfeld die Erde schräg erreicht
Das Magnetfeld der Sonne als gerade Strahlen darzustellen, wirkt logisch, ist aber falsch. Während der Sonnenwind nach außen strömt, dreht sich die Sonne weiter. Dadurch wird das interplanetare Feld zur Parker-Spirale gebogen.
Wie die Spirale entsteht
Der Sonnenwind bewegt sich nach außen, während sein Ursprung mit der Sonne rotiert. Das ähnelt einem drehenden Rasensprenger: Das Wasser fliegt fort, doch die bewegte Quelle zeichnet eine Kurve. In Erdnähe ist das Feld deshalb gegenüber der direkten Sonne-Erde-Linie geneigt.
Warum sie für Polarlichter wichtig ist
Die Spirale bestimmt, wie unterschiedliche Magnetfeldsektoren die Erde erreichen. Bz ist nur eine Komponente des gesamten interplanetaren Felds. Turbulenzen und Wellen können es rasch zwischen Nord und Süd drehen.
Drei praktische Folgen
- Schneller Sonnenwind öffnet die Spirale, langsamer Wind wickelt sie stärker.
- Die Magnetfeldrichtung kann sich auch ohne neue CME verändern.
- Prognosen werden besser, wenn der gesamte Feldvektor statt nur einer Zahl betrachtet wird.
Der Sonnenwind trägt den Magnetismus der Sonne, doch die Rotation formt daraus eine Millionen Kilometer lange Spirale.
Verständlich ohne Formeln
Für Beobachter reicht die Erkenntnis, dass Bz nicht in einem stabilen Rohr ankommt. Unterschiedliche Sektoren verursachen Schwankungen. Deshalb kann eine gute Prognose schwächer werden oder eine mittelmäßige Lage innerhalb weniger Minuten besser.